Der ständige Dreier.

Mit der Geburt unseres Sohnes gab es viele Dinge an die wir uns gewöhnen mussten. Neben dem eigentlichen plötzlichen Familienleben das nun daraus bestand, zu planen, wie man möglichst viel und lange zusammen Zeit verbringen kann um jeden, auch nur noch so kurzen, Sekundenschlag im Leben des neuen Mitbewohners zu erleben, gab es auch die unglaublichen, völlig deplatzierten „Tipps“ vom allgemeinen Umfeld.

Während ich anfangs dachte, dass viele dieser Tipps aus den Köpfen meist kinderloser Menschen stammt, muss ich dies heute entsprechend dementieren. Ob Kind oder nicht war eigentlich nie ein Kriterium, wenn es um alle möglichen Tipps und Tricks geht, die ein jeder einem unbedingt geben möchte, da man schließlich sowas bereits früher gelernt gelesen hatte.

Lasst den einfach schreien, der wird sich selbst beruhigen und aufhören.

war einer der häufigsten Tipps um mit dem neuen Menschen im eigenen Leben umzugehen.

Anfänglich nimmt man diese Tipps gewissermaßen aus Angst, etwas sonst falsch machen zu können, dankend an. Doch gerade bei diesem Thema stellte sich schnell die Ernüchterung ein.

Betrachtet man die Situation aus der Sicht des eigenen Nachwuchs, so setzt man ihn in einen dunklen Raum für (hoffentlich) die nächsten 8 Stunden in einen Käfig und geht weg. Ob und wann man wiederkommt ist für das Kind nicht ersichtlich, noch denkt es tatsächlich darüber nach. Da hilft dann auch keine Spieluhr oder ein Mobile.

Danach setzt man sich nach getaner Missachtung der Bedürfnisse des Kindes auf die Couch und lauscht den verzweifelten Schreien, die (uns zumindest) durch Mark und Bein fahren. Man kann sich nicht entspannen oder gar etwas anderes machen als darüber nachzudenken, ja nicht wieder reinzugehen. Denn dann würde der kleine Mensch einem ja „auf der Nase herumtanzen„.

Nach kürzester Zeit gaben wir dem Gewissen nach, das konstant in unserem Kopf pulsiert hatte, dass wir gerade etwas falsch machen. Wir konnten es einfach nicht aushalten und entschlossen uns ab sofort für das Familienbett.

Man wird oft belächelt. Es folgten schnell Kommentare wie „Bis er dann 16 ist sollte er aber dann in seinem eigenen Zimmer schlafen mit seiner Freundin.“ oder „Wie macht IHR das dann jetzt?„. Andere belächelnde Blicke, sobald das Thema aufkam konnte man schlichtweg ignorieren, bzw. hinnehmen.

Heute kann ich natürlich nicht sagen, ob es sich beim Familienbett um die eine große Antwort auf alles handelt, uns zumindest hat es in der Harmonie geholfen.

Es ist somit immer eine Gratwanderung, ob und inwieweit man Menschen, die nicht direkt beteiligt sind, Einfluss nehmen lässt.

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